So funktioniert der Wohnungsbetrug
Ein Wohnungsbetrug bewirbt eine attraktive Wohnung zu auffällig niedrigem Preis auf einem Anzeigenportal oder in sozialen Medien. Der angebliche Vermieter erklärt, er sei im Ausland, etwa aus beruflichen oder familiären Gründen, und könne die Wohnung daher nicht persönlich zeigen. Er bittet Sie, Kaution oder erste Miete vor jeder Besichtigung zu zahlen, und verspricht, die Schlüssel nach Geldeingang per Post zu schicken.
Die Fotos sind meist echt, aber aus einem realen Inserat gestohlen, und die Wohnung ist entweder gar nicht zu vermieten oder gehört dem Kontakt nicht. Nach der Zahlung kommen die Schlüssel nie, und der Vermieter verschwindet.
Warum es funktioniert und wer betroffen ist
Die Masche wirkt, weil enge Wohnungsmärkte eine gute, bezahlbare Wohnung wie eine seltene Chance erscheinen lassen, die man schnell ergreifen sollte. Die Angst, jemand anderes könnte sie nehmen, drängt Menschen zur Zahlung, bevor sie etwas gesehen haben. Ein plausibler Grund für die Abwesenheit des Vermieters und professionell wirkende Fotos machen die Geschichte glaubhaft.
Wer am dringendsten sucht, ist am stärksten gefährdet: Studierende, Neuzugezogene, beruflich Umziehende und alle unter Zeitdruck. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Betrüger oft echte Anzeigen kopieren und Mieter von offiziellen Portalen weg in private Nachrichten locken.
Warnzeichen im Detail
Wichtige Warnzeichen sind eine Miete deutlich unter dem örtlichen Markt, ein Vermieter, der praktischerweise im Ausland ist und die Wohnung nicht zeigen kann, und die Forderung nach Geld vor jeder Besichtigung oder Vertragsunterschrift. Aufforderungen zur Zahlung per Sofortüberweisung, Geldtransferdienst oder Kryptowährung oder über einen vom Vermieter genannten Treuhänder sind weitere Alarmzeichen.
Seien Sie vorsichtig, wenn man Sie vom Portal weg in private E-Mail oder Chat drängt, wenn dieselben Fotos in anderen Anzeigen auftauchen oder wenn der Kontakt Fragen nur vage beantwortet. Eine Weigerung, sich zu treffen oder einen Kontakt vor Ort besichtigen zu lassen, ist ein starkes Zeichen für Betrug.
So schützen Sie sich und was zu tun ist
Zahlen Sie nie Kaution oder Miete, bevor Sie oder eine Vertrauensperson die Wohnung besichtigt und Ausweis sowie einen ordentlichen Vertrag gesehen haben. Seien Sie skeptisch bei jedem Vermieter, der nur aus dem Ausland kommuniziert, und machen Sie eine umgekehrte Bildersuche mit den Fotos, um zu prüfen, ob sie anderswo auftauchen. Wickeln Sie alles über das offizielle Portal ab und nutzen Sie nachverfolgbare Zahlungswege.
Haben Sie schon gezahlt, wenden Sie sich sofort an Ihre Bank oder den Transferdienst, um die Zahlung zu stoppen oder zurückzuholen, und sammeln Sie alle Nachrichten und Anzeigendetails. Melden Sie den Betrug der Polizei und dem Portal, damit die Anzeige entfernt wird, und in Deutschland der Verbraucherzentrale.