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Abofallen

Ein „kostenloser“ Test, ein Gewinnspiel oder eine Streaming-Anmeldung verwandelt sich still in ein teures Abo: Die Kosten stecken im Kleingedruckten, der Bestell-Button sagt nicht, worauf du dich einlässt, und plötzlich tauchen monatliche Abbuchungen auf. In Deutschland schützt dich die Button-Lösung (§ 312j BGB) - eine Online-Bestellung bindet dich nur, wenn der Button eindeutig etwa „zahlungspflichtig bestellen“ heißt.

Geprüft von Florian Wartner · Zuletzt aktualisiert

So funktionieren Abofallen

Eine Abofalle verbirgt eine wiederkehrende Zahlung hinter etwas, das wie eine einmalige Sache aussieht. Sie melden sich für einen Gratistest, eine günstige Probierbox oder einen niedrigen Einstiegspreis an, und Ihre Karte wird still in ein Abo eingebucht, das sich automatisch verlängert. Die Bedingungen dazu stehen meist im Kleingedruckten oder in vorangekreuzten Kästchen.

Später entdecken Sie regelmäßige Abbuchungen, mit denen Sie nicht gerechnet haben, oder Sie erhalten eine Rechnung für eine Verlängerung, der Sie nie bewusst zugestimmt haben. Manche Anbieter erschweren die Kündigung absichtlich, verstecken die Option oder verlangen Briefe und Anrufe.

Warum es funktioniert und wer betroffen ist

Solche Fallen wirken, weil das Wort gratis unsere Vorsicht senkt und kleine Monatsbeträge auf dem Kontoauszug leicht zu übersehen sind. Bis eine Abbuchung auffällt, können Wochen oder Monate vergehen, und der Anbieter verweist auf Bedingungen, die Sie formal akzeptiert haben. Der Aufwand einer Kündigung wirkt dann größer als der Verlust.

Betroffen sein kann jeder, der online einkauft, besonders bei Streaming, Kosmetik, Fitness und Software. Wer für viele Dienste dieselbe Karte nutzt, ist besonders gefährdet, weil kleine wiederkehrende Beträge im Hintergrund verschwinden.

Warnzeichen im Detail

Achten Sie auf Angebote, die für einen Gratis- oder Ein-Cent-Test Ihre Kartendaten verlangen, auf vorangekreuzte Zustimmungskästchen und auf Preise, die als Einführung gezeigt werden, ohne klaren Folgebetrag. Ein Countdown, ein kaum sichtbarer Link zu den Bedingungen oder ein hektischer Bestellvorgang sind typische Merkmale.

Gefälschte Verlängerungsrechnungen gehören dazu: Eine E-Mail oder ein Brief behauptet, ein Abo verlängere sich gleich, und drängt Sie, schnell zu zahlen oder einen Link zu klicken. Seriöse Anbieter in der EU müssen kostenpflichtige Abos klar kennzeichnen und eine einfache Kündigung anbieten.

So schützen Sie sich und was zu tun ist

Bevor Sie Kartendaten eingeben, lesen Sie, was nach einem Test passiert, und merken Sie sich jede Kündigungsfrist. Machen Sie Screenshots von Angebot und Bedingungen und nutzen Sie für unbekannte Dienste eine virtuelle oder Einmalkarte, um Abbuchungen begrenzen oder stoppen zu können. Prüfen Sie Ihre Auszüge regelmäßig auf kleine wiederkehrende Beträge.

Sind Sie in die Falle getappt, kündigen Sie schriftlich und bewahren Sie Belege auf, und wenden Sie sich wegen einer Rückbuchung an Ihre Bank. In Deutschland hilft die Verbraucherzentrale beim Widerspruch gegen unberechtigte Forderungen, und Rechnungen für Verträge, die Sie nie bewusst geschlossen haben, müssen Sie nicht zahlen.

Warnsignale

  • Ein „kostenloser“ Test, der vorab vollständige Zahlungsdaten verlangt.
  • Preis und Laufzeit stehen nur im Kleingedruckten, nicht neben dem Bestell-Button.
  • Eine Streaming- oder Filmseite verlangt erst Registrierung mit Zahlungsdaten, bevor sie irgendetwas zeigt.
  • Die Kündigung wird erschwert: kein Kontakt, versteckte Kündigungsseite oder nur „rufen Sie uns an“.

Beispiel

Die neuesten Filme 5 Tage gratis streamen! Jetzt mit Zahlungsdaten registrieren - jederzeit kündbar. (Kleingedrucktes: Nach der Testphase verlängert sich die Mitgliedschaft automatisch um 12 Monate für 59,90 EUR pro Monat.) hxxp://stream-flix-now.club

Erfundenes Beispiel - keine echte Nachricht.

So schützt du dich

  1. 01Vor jedem „Gratis“-Test auf den Button achten: Ohne klare Beschriftung wie „zahlungspflichtig bestellen“ kommt online kein wirksamer Vertrag zustande (§ 312j BGB).
  2. 02Vor Ablauf eines Tests eine Kalender-Erinnerung setzen und Kontoauszüge auf kleine wiederkehrende Abbuchungen prüfen.
  3. 03Nie Zahlungsdaten auf einer Streaming-Seite eingeben, die du über eine Anzeige oder ein zu gutes Angebot erreicht hast.

Schon darauf reingefallen?

  1. 01Rechnungen oder Mahnungen aus einer Abofalle nicht ungeprüft zahlen - ohne korrekten Bestell-Button besteht meist kein Vertrag.
  2. 02Schriftlich widersprechen, ein etwaiges Lastschriftmandat widerrufen und unberechtigte Abbuchungen von der Bank zurückholen lassen.
  3. 03Bei Drohungen oder Inkasso-Briefen Rat bei der Verbraucherzentrale holen.