So funktioniert der Rückhol-Betrug
Ein Rückhol-Betrug zielt auf Menschen, die bereits Geld durch Betrug verloren haben. Jemand nimmt Kontakt auf und behauptet, Ihr verlorenes Geld oder Ihre Kryptowährung zurückholen zu können, getarnt als Wiederbeschaffungs-Agent, Anwalt, Fondsverwalter oder sogar als Behörde. Er klingt kompetent und mitfühlend und kennt vielleicht schon Einzelheiten Ihres früheren Verlusts.
Für den Beginn der Rückholung verlangt er eine Vorabgebühr, eine Steuer, eine Einzahlung oder Zugang zu Ihrem Konto. Es wird nie Geld zurückgezahlt; stattdessen verlieren Sie ein zweites Mal, und die Betrüger verkaufen Ihre Daten womöglich an andere, die es erneut versuchen.
Warum es funktioniert und wer betroffen ist
Diese Masche wirkt, weil die Hoffnung, einen schmerzhaften Verlust ungeschehen zu machen, stark ist und ein Rettungsangebot wie ein Rettungsanker wirken kann. Opfer sind oft verzweifelt und senken ihre Vorsicht bei jedem, der Hilfe verspricht und die Sprache von Behörden oder Finanzwelt spricht. Die Kenntnis von Details des ersten Betrugs lässt das Rückhol-Angebot glaubwürdig erscheinen.
Gezielt angesprochen werden gerade jene, die bereits betrogen wurden, denn ihre Kontaktdaten kursieren auf sogenannten Opferlisten unter Kriminellen. FBI und Action Fraud warnen, dass ein zweiter Kontakt nach einem Verlust selbst ein starkes Zeichen für Betrug ist.
Warnzeichen im Detail
Das stärkste Warnzeichen ist ein unerwarteter Kontakt von jemandem, der anbietet, verlorenes Geld zurückzuholen, vor allem wenn er Zahlung vor jedem Ergebnis will. Seien Sie misstrauisch bei jeder Vorabgebühr, Steuer oder Einzahlung, bei der Bitte um Fernzugriff auf Ihren Computer oder Ihre Konten und bei Garantien, dass Geld sicher zurückkommt.
Behauptungen, eine Behörde, ein Gericht oder einen besonderen Krypto-Rückholdienst zu vertreten, oft mit offiziell wirkenden Dokumenten, sind verbreitet. Echte Behörden verlangen von Privatpersonen keine Gebühr für die Wiederbeschaffung gestohlener Gelder und gehen nicht so auf Opfer zu.
So schützen Sie sich und was zu tun ist
Behandeln Sie jedes unaufgeforderte Rückhol-Angebot als wahrscheinlichen zweiten Betrug und zahlen Sie keine Gebühr und gewähren Sie keinen Kontozugang. Echte Hilfe bei Betrug kommt über Polizei, Ihre Bank und offizielle Verbraucherstellen, die Sie selbst kontaktieren können, statt über jemanden, der auf Sie zugekommen ist. Prüfen Sie jeden Agenten oder jede Firma unabhängig, bevor Sie ihr vertrauen.
Haben Sie Geld durch Betrug verloren, melden Sie es über offizielle Wege wie Polizei, FTC, Action Fraud oder Verbraucherzentrale, und seien Sie vorsichtig bei jedem, der sich danach meldet. Bewahren Sie alle Nachrichten auf und denken Sie daran, dass ein erneuter Angriff nicht Ihre Schuld ist.