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Kleinanzeigen-Betrug

Auf Kleinanzeigen-Plattformen (Kleinanzeigen, Facebook Marketplace) zielen Betrüger auf Verkäufer und Käufer: Ein gefälschter „Sicher bezahlen“-Link angeblich von der Plattform greift deine Kartendaten ab, ein erfundener Kurier- oder Versanddienst verlangt Gebühren, ein Käufer „überzahlt“ und will die Differenz zurück, oder der Chat wird zu WhatsApp gezogen, wo dich die Plattform nicht mehr schützen kann.

Geprüft von Florian Wartner · Zuletzt aktualisiert

So funktioniert die Masche

Auf Kleinanzeigen-Plattformen wie Kleinanzeigen oder Facebook Marketplace reagiert ein Betrüger schnell auf Ihr Inserat oder Ihren Artikel und versucht, den Chat zu WhatsApp zu verlagern, weg vom Schutz der Plattform. Dann drängt er einen Sicher-bezahlen-Link auf, einen gefälschten Kurierdienst, der eine Gebühr verlangt, oder behauptet, über ein besonderes Verfahren zu zahlen, für das Sie Daten bestätigen müssen.

Die Links führen zu Phishing-Seiten, die Ihre Bank- oder Kartendaten abgreifen, oder Sie sollen einen Bestätigungscode vorlesen, der in Wahrheit Zugang zu einem Ihrer Konten verschafft.

Warum sie funktioniert und wer betroffen ist

Private Käufer und Verkäufer wollen ein schnelles, freundliches Geschäft, und Betrüger ahmen normale, höfliche Konversation nach, um Vertrauen aufzubauen, bevor sie den Haken einbringen. Offiziell wirkende Sicher-bezahlen-Seiten und Kurier-Branding lassen den gefälschten Ablauf alltäglich erscheinen.

Beide Seiten sind Ziel: Verkäufer über gefälschte Zahlungsbestätigungen und Kuriergebühren, Käufer über Artikel, die nie versandt werden. Der Wechsel zu WhatsApp ist wichtig, weil er die Betrugsüberwachung der Plattform aushebelt und Ihnen das Gefühl gibt, direkt mit einer echten Person zu handeln.

Warnzeichen im Detail

Seien Sie vorsichtig, wenn ein Kontakt drängt, die Plattform für WhatsApp zu verlassen, Ihnen einen Zahlungs- oder Tracking-Link schickt, statt das eigene System der Plattform zu nutzen, oder auf einem unbekannten Kurier besteht, der zuerst eine Gebühr verlangt. Jede Aufforderung, einen an Ihr Handy gesendeten Bestätigungscode weiterzugeben, ist ein ernstes Warnzeichen - diese Codes schützen Ihre Konten.

Überzahlungsangebote, allzu großzügige Deals und Druck, zu handeln, bevor es ein anderer nimmt, sind im Marktplatz-Betrug verbreitet.

So schützen Sie sich

Halten Sie die gesamte Kommunikation und Zahlung innerhalb der Plattform und lehnen Sie es ab, zu WhatsApp zu wechseln oder einen Sicher-bezahlen-Link eines Fremden zu nutzen. Geben Sie nie einen Bestätigungscode weiter und behandeln Sie Kuriergebühren, die Sie im Voraus zahlen sollen, als wahrscheinlichen Betrug.

Bei lokalen Artikeln bleibt Barzahlung bei Abholung eine sichere Option; beim Versand nutzen Sie, wo möglich, die geschützte Zahlung und den Versand der Plattform. Fühlt sich etwas falsch an, brechen Sie ab und melden Sie den Nutzer der Plattform, und kontaktieren Sie sofort Ihre Bank, falls Sie Karten- oder Bankdaten preisgegeben haben.

Warnsignale

  • Ein „Sicher bezahlen“- oder „Geld erhalten“-Link im Chat - echte Plattformen zahlen aus, ohne dass du Kartendaten über einen Link eingibst.
  • Die Gegenseite will sofort raus aus dem Plattform-Chat zu WhatsApp oder E-Mail.
  • Ein Kurier- oder Versanddienst, von dem du nie gehört hast, verlangt eine Versicherungs- oder Freigabegebühr.
  • Ein Käufer zahlt „versehentlich“ zu viel und will die Differenz dringend zurück.
  • Der Käufer will ungesehen und noch heute kaufen und fragt nach deiner Kartennummer, um Geld zu „überweisen“.

Beispiel

Hallo, ich nehme den Artikel. Ich habe über „Sicher bezahlen“ gezahlt, inklusive Versicherung. Klicke auf den Link, um das Geld zu erhalten, und bestätige mit deinen Kartendaten: hxxp://kleinanzeigen-secure-pay.net

Erfundenes Beispiel - keine echte Nachricht.

So schützt du dich

  1. 01Im Plattform-Chat bleiben und nur die eingebaute Bezahlfunktion der Plattform nutzen - nie einen zugeschickten Link.
  2. 02Als Verkäufer musst du nie Kartendaten eingeben, um Geld zu erhalten.
  3. 03Vor Ort gegen Bargeld übergeben oder erst versenden, wenn die Zahlung endgültig gutgeschrieben ist.

Schon darauf reingefallen?

  1. 01Bei eingegebenen Kartendaten sofort die Karte sperren und Abbuchungen beobachten.
  2. 02Das Profil der Plattform melden, damit das Konto entfernt wird.
  3. 03Den Chatverlauf sichern und Anzeige bei der Polizei erstatten.