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Vorschussbetrug (419)

Ein Fremder bietet dir einen Anteil an einer großen Summe - einem Erbe, unbeanspruchten Geldern, einem Geschäft - wenn du zuerst eine „Bearbeitungsgebühr“ zahlst oder Bankdaten teilst. Jede Gebühr führt zur nächsten; das Vermögen existiert nicht.

Geprüft von Florian Wartner · Zuletzt aktualisiert

So funktioniert diese Masche

Jemand kontaktiert Sie mit dem Versprechen einer großen Geldsumme: ein unerwartetes Erbe, ein Anteil an Auslandsgeldern oder ein lukratives Geschäft. Es wird eine Geschichte erzählt, warum das Geld feststeckt und warum man Ihre Hilfe braucht, um es freizugeben.

Bevor das Vermögen Sie erreichen kann, fällt immer noch eine Kosten an - eine Anwaltsgebühr, eine Bankgebühr, ein Schmiergeld oder eine Steuer. Sie zahlen, doch das versprochene Geld kommt nie, und es tauchen ständig neue Gebühren auf. Man nennt das auch 419- oder 'Nigeria-Connection'-Betrug.

Warum sie funktioniert und wen die Täter ansprechen

Die Belohnung klingt gewaltig und die verlangten Gebühren wirken im Vergleich klein, sodass Zahlen wie eine vernünftige Investition erscheint. Nach der ersten Überweisung zahlt man oft weiter, um das bereits Gegebene nicht zu verlieren - eine Falle, bei der man schlechtem Geld gutes hinterherwirft.

Die Täter sprechen sehr viele Menschen an und konzentrieren sich auf die, die antworten. Vertrauen, Höflichkeit und der Wunsch nach einem finanziellen Durchbruch lassen die Geschichte leichter glauben.

Die Warnzeichen im Detail

Ein Fremder, der Ihnen aus dem Nichts eine große Summe anbietet, ist das zentrale Warnzeichen - vor allem, wenn der Erhalt immer voraussetzt, dass Sie zuerst etwas zahlen. Die Geschichten sind oft dramatisch und handeln von fernen Ländern, sterbenden Klienten oder gesperrten Konten.

Achten Sie auf die Bitte um Geheimhaltung, Zeitdruck, die Forderung nach Zahlung per Überweisung oder Gutscheinkarte sowie auf Fragen nach Ihren Bankdaten oder Ausweiskopien.

So schützen Sie sich und was tun im Ernstfall

Reagieren Sie nicht auf unaufgeforderte Geldangebote und zahlen Sie nie eine Gebühr, um eine versprochene Auszahlung freizuschalten. Geben Sie keine Bankdaten oder Ausweisdokumente heraus, da diese für weiteren Betrug missbraucht werden können.

Haben Sie bereits Geld gesendet, wenden Sie sich sofort an Ihre Bank oder Ihren Zahlungsdienst, um es zurückzuholen, und stoppen Sie alle weiteren Zahlungen. Bewahren Sie die Nachrichten auf und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei und der Verbraucherzentrale; seien Sie vorsichtig bei jedem, der später gegen Gebühr anbietet, Ihr Geld zurückzubeschaffen.

Warnsignale

  • Ein unerwartetes Angebot über ein großes Erbe oder „unbeanspruchte Gelder“.
  • Ein Fremder benennt dich als „nächsten Angehörigen“ oder „Begünstigten“.
  • Eine Vorab-Gebühr ist nötig, um das Geld zu überweisen.

Beispiel

Ich bin Anwalt und verwalte ein unbeanspruchtes Erbe über mehrere Millionen Euro. Als nächster Angehöriger sind Sie der Begünstigte; eine Bearbeitungsgebühr ist nötig, um die Summe zu überweisen.

Erfundenes Beispiel - keine echte Nachricht.

So schützt du dich

  1. 01Kein echter Geldsegen verlangt, dass du zuerst zahlst.
  2. 02Niemals Bankdaten an Fremde geben, die Geld versprechen.

Schon darauf reingefallen?

  1. 01Kontakt abbrechen und sofort keine Zahlungen mehr leisten.
  2. 02Bei gesendetem Geld oder Ausweisdokumenten die Polizei informieren.