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Tech-Support-Betrug

Eine gefälschte „Microsoft“- oder „Apple“-Warnung - per Pop-up, Anruf oder Mail - behauptet, dein Computer sei infiziert, und fordert dich auf, eine Nummer anzurufen oder Fernzugriff zu gewähren. Der „Techniker“ installiert dann Schadsoftware oder kassiert für eine Schein-Reparatur.

Geprüft von Florian Wartner · Zuletzt aktualisiert

So funktioniert diese Masche

Plötzlich füllt eine Warnung Ihren Bildschirm und behauptet, Ihr Computer sei infiziert; dazu wird eine Telefonnummer für den Microsoft- oder Apple-Support angezeigt. Mal kommt sie als Pop-up, mal als Anruf aus heiterem Himmel. Wenn Sie anrufen, bittet ein freundlicher Mitarbeiter darum, sich mit Ihrem Computer zu verbinden, um das Problem zu beheben.

Sobald sie Fernzugriff haben, zeigen sie Ihnen harmlose Systemdateien als angeblichen Virus-Beweis und berechnen dann Geld für erfundene Reparaturen - oft per Gutscheinkarte, Überweisung oder einer vorgetäuschten Rückerstattung, die Sie dazu bringt, Geld zurückzusenden.

Warum sie funktioniert und wen die Täter ansprechen

Die Masche funktioniert, weil die meisten Menschen nicht sicher wissen, wie eine echte Virus-Warnung aussieht, und ein lauter Alarm mit Countdown Panik auslöst. Der Anrufer klingt ruhig und fachkundig, was beruhigend wirkt, wenn man beunruhigt ist.

Ältere Menschen und weniger computererfahrene Personen sind am häufigsten betroffen, doch ein überzeugendes Pop-up beim Surfen kann jeden treffen.

Die Warnzeichen im Detail

Echte Softwarehersteller nennen in einer Virus-Warnung keine Telefonnummer und rufen Sie nie unaufgefordert an, um zu sagen, Ihr Gerät sei infiziert. Eine echte Meldung sperrt Ihren Bildschirm nicht und verlangt nicht, dass Sie innerhalb weniger Minuten anrufen.

Seien Sie besonders wachsam, wenn jemand eine Software für Fernzugriff installieren möchte, Bezahlung per Gutscheinkarte verlangt oder sich in Ihr Online-Banking einloggen will, um eine Rückerstattung abzuwickeln. Das sind klare Betrugszeichen, kein Support.

So schützen Sie sich und was tun im Ernstfall

Wenn ein Warn-Pop-up erscheint, rufen Sie die Nummer nicht an. Schließen Sie den Browser, und falls sich die Seite nicht schließen lässt, fahren Sie den Computer herunter und starten ihn neu. Lassen Sie nie einen unbekannten Anrufer auf Ihr Gerät zugreifen.

Haben Sie bereits Zugriff gewährt, trennen Sie die Internetverbindung, führen Sie einen vertrauenswürdigen Sicherheitsscan durch oder lassen Sie das Gerät von einer bekannten Fachkraft prüfen und ändern Sie Passwörter von einem anderen Gerät aus. Kontaktieren Sie Ihre Bank, wenn Sie Zahlungs- oder Bankdaten preisgegeben haben, und melden Sie den Vorfall bei der Verbraucherzentrale oder der Polizei.

Warnsignale

  • Ein unaufgeforderter Anruf oder ein Pop-up, dein Gerät sei infiziert.
  • Druck, Fernwartungssoftware zu installieren (AnyDesk, TeamViewer).
  • Zahlung per Gutscheinkarten oder eine „Rückerstattung“, die zu viel überweist.
  • Eine erschreckende Vollbild-Warnung mit einer Nummer, die du anrufen sollst.

Beispiel

WARNUNG: Ihr Computer ist infiziert. Windows Defender hat den Zugriff blockiert. Rufen Sie jetzt den Microsoft-Support unter +49-89-5550142 für Fernhilfe an.

Erfundenes Beispiel - keine echte Nachricht.

So schützt du dich

  1. 01Microsoft, Apple und deine Bank rufen nie unaufgefordert wegen eines Virus an.
  2. 02Niemals Fernzugriff an jemanden geben, der dich zuerst kontaktiert hat.
  3. 03Pop-up schließen (oder Browser beenden); ein echter Virus zeigt keine Telefonnummer.

Schon darauf reingefallen?

  1. 01Internetverbindung trennen und jede installierte Fernwartungs-App deinstallieren.
  2. 02Vollständigen Virenscan ausführen; falls Banking offen war, die Bank kontaktieren.
  3. 03Bei Kartenzahlung das Geld über die Bank zurückbuchen lassen (Chargeback).