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Rechnungsbetrug & BEC

Ein Betrüger gibt sich als Lieferant, Dienstleister oder Chef aus und schickt eine gefälschte oder geänderte Rechnung bzw. eine „neue Bankverbindung“, um eine echte Zahlung auf sein Konto umzuleiten. Häufig gegen Firmen, aber auch gegen private Käufer und Mieter.

Geprüft von Florian Wartner · Zuletzt aktualisiert

So funktioniert diese Masche

Beim sogenannten Business E-Mail Compromise zielen Kriminelle darauf ab, wie Unternehmen Rechnungen bezahlen. Sie hacken oder imitieren das E-Mail-Konto eines Lieferanten, einer Führungskraft oder eines Kollegen und senden eine Nachricht, die wie eine normale Zahlungsaufforderung aussieht.

Der Trick ist eine geänderte Bankverbindung: Eine erwartete Rechnung zeigt nun ein neues Konto, oder eine E-Mail behauptet, der Lieferant habe die Bank gewechselt. Das überwiesene Geld geht statt an Ihren echten Partner an die Täter und wird oft schnell weiterverschoben und ist schwer zurückzuholen.

Warum sie funktioniert und wen die Täter ansprechen

Sie funktioniert, weil die Aufforderung in den normalen Geschäftsablauf passt: ein echter Lieferant, eine erwartete Rechnung und ein glaubhafter Grund für die Änderung. Mitarbeitende, die viele Zahlungen abwickeln, hinterfragen eine vertraut wirkende E-Mail oft nicht, besonders wenn sie scheinbar vom Chef kommt und Eile und Diskretion verlangt.

Die Täter zielen auf Finanz- und Buchhaltungsteams in Firmen jeder Größe sowie auf alle, die eine große Einmalzahlung leisten, etwa beim Hauskauf oder einer Kaution.

Die Warnzeichen im Detail

Das zentrale Warnzeichen ist jede Änderung der Bankverbindung, vor allem wenn sie per E-Mail kommt und mit Eile oder Geheimhaltung verbunden ist. Prüfen Sie die Absenderadresse genau - ein einziger geänderter oder zusätzlicher Buchstabe in der Domain ist ein gängiger Trick - und achten Sie auf leicht abweichende Wortwahl oder Formatierung.

Unerwarteter Druck zur schnellen Zahlung, die Bitte, übliche Freigabeschritte zu umgehen, und eine Antwortadresse, die vom gewohnten Kontakt abweicht, verdienen alle einen zweiten Blick, bevor Geld fließt.

So schützen Sie sich und was tun im Ernstfall

Prüfen Sie geänderte Bankdaten immer über einen separaten, bekannten Weg - rufen Sie den Lieferanten unter einer Ihnen bereits vorliegenden Nummer an, nicht unter einer aus der neuen E-Mail. Nutzen Sie ein Vier-Augen-Prinzip für Zahlungen und für jede Änderung von Kontodaten und schulen Sie Mitarbeitende, Eile als Grund zum Innehalten zu sehen, nicht zum Beschleunigen.

Ist eine Zahlung bereits raus, kontaktieren Sie sofort Ihre Bank, um einen Rückruf zu versuchen, denn schnelles Handeln erhöht die Chance auf Rückholung. Sichern Sie die E-Mails, informieren Sie den echten Lieferanten und melden Sie den Vorfall Ihrer Bank und der Polizei.

Warnsignale

  • Ein Lieferant nennt plötzlich eine neue Bankverbindung für eine bestehende Rechnung.
  • Eine dringende Zahlungsaufforderung, oft „vom Chef“, außerhalb des üblichen Ablaufs.
  • Leicht abweichende Absender-Domain oder Antwortadresse.

Beispiel

Bitte beachten Sie unsere neue Bankverbindung. Bitte weisen Sie die Zahlung der offenen Rechnung auf unsere geänderten Kontodaten unten an.

Erfundenes Beispiel - keine echte Nachricht.

So schützt du dich

  1. 01Jede geänderte Bankverbindung telefonisch über eine bekannte Nummer prüfen, nie über die aus der Mail.
  2. 02Bei großen Überweisungen das Vier-Augen-Prinzip nutzen.

Schon darauf reingefallen?

  1. 01Sofort die Bank kontaktieren und versuchen, die Überweisung zurückzuholen.
  2. 02Anzeige erstatten und die nachgeahmte Firma/Person warnen.